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Wichtige Informationen für die Beantragung von nationalen Visa für nicht-türkische Staatsangehörige für Termine ab 01.01.2019

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Wichtige Informationen für die Beantragung von nationalen Visa für nicht-türkische Staatsangehörige für Termine ab 01.01.2019 – wann kann ich wo beantragen und wie ist der Termin zu buchen?

Aufgrund der vielen nicht-türkischen Staatsangehörigen, die sich in der Türkei aufhalten, gelten für Sie komplexe Zuständigkeitsregelungen. Bitte nehmen Sie sich daher etwas Zeit und lesen Sie die folgenden Informationen vollständig durch.

Wir haben sämtliche Fallgruppen und Sonderregelungen verständlich aufgeführt, um Ihnen die korrekte Terminbuchung zu ermöglichen.

Wer kann bei uns in der Türkei beantragen?

Als nicht-türkischer Staatsangehöriger können Sie Ihren Antrag auf ein nationales Visum bei den deutschen Visastellen in der Türkei grundsätzlich nur stellen, wenn Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Türkei haben.

Wenn Sie nur kurzfristig zur Antragstellung in die Türkei eingereist sind und nicht Ihren Lebensmittelpunkt in der Türkei haben, sind die deutschen Visastellen in der Türkei nicht für Ihren Antrag zuständig.

Die Visastellen behalten sich ausdrücklich vor, entsprechende Nachweise anzufordern.

Eine Terminvergabe über die Visastellen direkt erfolgt nicht. Alle Antragsteller werden gebeten, entsprechend den nachfolgenden Hinweisen vorzugehen.

Ausnahmen:

  • Wenn Sie sich auf Reisen in der Türkei befinden, Ihren gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland haben und Sie ihren deutschen Aufenthaltstitel während der Reise verloren haben,  können Sie das sogenannte nationale Visum zur Wiedereinreise auch bei der deutschen Visastelle im Aufenthaltsland beantragen.
  • Syrische Staatsangehörige mit gewöhnlichem Aufenthalt in Syrien oder Türkei können Ihren Antrag auf ein nationales Visum bei der Visastelle am Deutschen Generalkonsulat Istanbul nach vorheriger Terminvereinbarung stellen. Syrische Staatsangehörige mit gewöhnlichem Aufenthalt außerhalb Syriens oder der Türkei wenden sich bitte an die für dieses Aufenthaltsland zuständige deutsche Visastelle. Eine Beantragung am Deutschen Generalkonsulat Istanbul ist nicht möglich.

Besondere Hinweise

  • Für irakische Staatsangehörige gibt es keine Ausnahmeregelungen mehr. Diese können bei den deutschen Visastellen in der Türkei nur beantragen, wenn sie in der Türkei ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.
  • Für afghanische Antragsteller mit gewöhnlichem Aufenthalt in Afghanistan gilt: Zuständig für Ihren Antrag sind die deutschen Visastellen in Islamabad und Neu Delhi. Eine Beantragung bei den deutschen Visastellen in der Türkei ist nicht möglich.

Welche der drei deutschen Visastellen in der Türkei (Ankara, Istanbul, Izmir) ist für Ihren Antrag zuständig?

Die Staatsangehörigkeit des Antragstellers, der Aufenthaltszweck / Reisegrund und – bei Familiennachzug – der Aufenthaltsstatus des Familienangehörigen in Deutschland spielen eine Rolle bei der Zuordnung, welche deutsche Visastelle in der Türkei für Ihren Antrag zuständig ist.

Diese Informationen werden auch bei der Terminbuchung über unseren Dienstleister iDATA benötigt, daher halten Sie diese bitte bereit.

Zuständigkeit bei Aufenthaltszweck Sprachkurs, Studium, Praktikum, Arbeitsplatzsuche, Arbeitsaufnahme, Wiedereinreise und Wiederkehr

Zuständig für Ihren Antrag zu einem der o.g. Zwecke ist die deutsche Visastelle in der Türkei, in deren Amtsbezirk Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Unser Dienstleister fragt diese Daten bei der Terminbuchung ab und weist Ihnen dann die korrekte Visastelle zu. Bitte machen Sie hier genaue Angaben, damit Ihr Antrag am Termintag auch angenommen werden kann.

Sonderregelungen:

  • Für syrische Staatsangehörige: Alle Anträge auf ein nationales Visum sind unabhängig vom Aufenthaltsort in der Türkei nur bei der Visastelle am Deutschen Generalkonsulat in Istanbul zu stellen
  • Für irakische Staatsangehörige: Alle Anträge auf ein nationales Visum sind unabhängig vom Aufenthaltsort in der Türkei zu den oben genannten Aufenthaltszwecken nur bei der Visastelle an der Deutschen Botschaft Ankara  zu stellen. Für Visaanträge zum Familiennachzug beachten Sie bitte die Sonderregelungen weiter unten.

Zuständigkeit bei Aufenthaltszweck Familiennachzug / Familienzusammenführung

Allgemein gilt auch für diesen Aufenthaltszweck:  Zuständig für Ihren Antrag zu einem der o.g. Zwecke ist die deutsche Visastelle in der Türkei, in deren Amtsbezirk Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Sonderregelungen

  • Für syrische Staatsangehörige: Alle Anträge auf ein nationales Visum zum Familiennachzug / Familienzusammenführung sind unabhängig vom Aufenthaltsort in der Türkei und vom Aufenthaltsstatus der Referenz nur bei der Visastelle am Deutschen Generalkonsulat in Istanbul zu stellen
  • Für irakische Staatsangehörige: Wenn die Referenz in Deutschland als Schutzberechtigter anerkannt ist, können Sie Ihren Antrag auf Familiennachzug nur bei der Visastelle am Deutschen Generalkonsulat Istanbul stellen. Ist der Familienangehörige in Deutschland, zu dem Sie nachziehen möchten, deutscher oder EU-Staatsangehöriger oder hält er sich nicht als Schutzberechtigter in Deutschland auf, müssen Sie Ihren Antrag auf Familiennachzug bei der Visastelle der Deutschen Botschaft Ankara stellen
  • Für alle anderen Staatsangehörigen: Wenn die Referenz in Deutschland als Schutzberechtigter anerkannt ist, können Sie Ihren Antrag auf Familiennachzug nur bei der Visastelle am Deutschen Generalkonsulat Istanbul stellen. Ist der Familienangehörige in Deutschland, zu dem Sie nachziehen möchten, deutscher oder EU-Staatsangehöriger oder hält er sich nicht als Schutzberechtigter in Deutschland auf, ist die Visastelle, in deren Amtsbezirk Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, zuständig.

Wie erkenne ich den Aufenthaltsstatus der Referenz in Deutschland bzw. woran kann ich feststellen, dass die Referenz in Deutschland als Schutzberechtigter anerkannt ist?

Schutzberechtigt ist die Referenz in Deutschland, wenn sie ein entsprechendes Verfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchlaufen und einen entsprechenden Anerkennungsbescheid erhalten hat. Aus diesem Bescheid geht hervor, ob und wenn ja, welcher Schutzstatus zuerkannt wurde. Mögliche Schutzstatus sind Asylberechtigung, Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutzstatus und Abschiebeverbot nach § 60 V, VII AufenthG. Auf Grundlage dieses Bescheids wird von der zuständigen Ausländerbehörde ggf. eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 AufenthG erteilt, später ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 AufenthG möglich.

Der jeweilige Paragraph ist auf dem Aufenthaltstitel aufgedruckt – im Zweifel schauen Sie bitte auf diesen nach, welcher Paragraph dort steht. Solange wie das Verfahren beim BAMF noch läuft, erhält die Referenz in Deutschland lediglich eine Aufenthaltsgestattung. Mit dieser ist ein Familiennachzug nicht möglich.

Wie kann ich einen Termin buchen?

Eine Terminvergabe durch die Visastellen erfolgt nicht direkt, die Terminvergabe wird durch unseren Dienstleister iDATA wahrgenommen. Nähere Hinweise auch zu den anfallenden Gebühren und den Bezahlmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von iDATA. Bis auf die nachfolgenden Ausnahmen erfolgt die Terminbuchung über das Call-Center von iDATA unter der Rufnummer 08504608493 (0850460VIZE) (für Anrufer in der Türkei) und 0090-212-970 8493 (für Anrufer außerhalb der Türkei). Für die korrekte Zuordnung halten Sie bei dem Anruf bitte folgende Informationen bereit: Staatsangehörigkeit des Antragstellers, gewöhnlicher Aufenthalt des Antragstellers und Aufenthaltsstatus der Referenz in Deutschland. Wer bei der Terminbuchung nicht korrekte Angaben macht, kann grundsätzlich keinen Antrag abgeben. Die Terminbuchung gilt dann als ungültig.

Ausnahmen

  • Alle Antragsteller (auch syrische und irakische), die ein Visum zum Familiennachzug zum subsidiär geschützten Familienangehörigen beantragen wollen, können ihren Termin nicht über iDATA buchen, sondern müssen sich direkt beim Auswärtigen Amt registrieren. Dies gilt weltweit. Die Terminvergabe erfolgt dann chronologisch. In der Türkei unterstützt die Internationale Organisation für Migration (IOM) die Antragsteller und die Visastelle. IOM kontaktiert die Antragsteller, führt ein Vorverfahren durch und informiert dann die Visastelle, die den endgültigen Antragstermin vergibt. Der Link des Auswärtigen Amts lautet: https://service2.diplo.de/rktermin/extern/choose_realmList.do?request_locale=de&locationCode=subs. Die Registrierung muss für alle beantragenden Familienmitglieder erfolgen.
  • Syrische Antragsteller, die einen Termin zum Familiennachzug nach Deutschland buchen möchten, nutzen bitte – außer die Referenz ist subsidiär schutzberechtigt – die Online-Buchung über iDATA unter dem Link: https://nationalvisagermany.idata.com.tr/#/home

Was muss ich bei den vorzulegenden Unterlagen beachten?

Wir sind aktuell dabei, unser Informationsangebot für nicht-türkische Antragsteller zu überarbeiten.

Für syrische, irakische und afghanische Antragsteller halten wir bereits ein ausgewähltes Informationsangebot bereit.

Falls Sie dort nicht weiterkommen, orientieren Sie sich bitte an den allgemeinen Merkblättern, die Sie hier finden:

https://tuerkei.diplo.de/tr-de/service/05-VisaEinreise/-/1513848

Dabei beachten Sie bitte folgendes: Diese Merkblätter decken den Regelfall, nämlich die Antragstellung durch türkische Antragsteller mit türkischen Personenstandsurkunden, ab. Sie lassen sich daher nicht vollständig auf nicht-türkische Antragsteller und nicht-türkische Unterlagen übertragen. Wir verlangen bei Urkunden immer die im Herkunftsland der Urkunde übliche Form, d.h. z.B. bezogen auf Urkunden aus dem Iran, dass wir diese nur mit Legalisation der Deutschen Botschaft Teheran akzeptieren können. Sämtliche nicht deutsch-sprachigen oder englisch-sprachigen Unterlagen sind außerdem mit vollständiger deutscher oder englischer Übersetzung vorzulegen. Andernfalls kann dieses Dokument nicht berücksichtigt werden.

Bei Rückfragen können Sie mit der zuständigen Visastelle auch vorab per E-Mail in Kontakt treten. Dazu schildern Sie bitte den Sachverhalt möglichst genau (Staatsangehörigkeiten, Herkunftsland der Urkunden, gewünschter Aufenthaltszweck).

Wie ist die Zuständigkeit für bereits gestellte Anträge (inklusive Rechtsmittel gegen ablehnende Entscheidung) geregelt?

Die oben beschriebenen Regelungen gelten nur für Anträge, die ab dem 01.01.2019 bei den Visastellen eingereicht werden.

Wurde bereits ein Visaantrag bei einer Visastelle gestellt, bleibt diese für das gesamte Verfahren zuständig. Die Antragsbearbeitung kann nicht an eine andere Visastelle übertragen werden.

Gleiches gilt auch für Rechtsmittel / Remonstrationen gegen Ablehnungen. Auch diese können nur bei der Visastelle eingereicht werden, von der der Ablehnungsbescheid erstellt wurde. Nur dort hat man Zugriff auf Ihre Daten. Bitte beachten Sie, dass gegen Ablehnungsbescheide, die keine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten, die Frist für Rechtsmittel (Remonstration oder Klage) ein Jahr ab Erhalt des Bescheids beträgt.

 

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