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Leben und Arbeiten in der Türkei

Kaffeetrinkendes Pärchen

Leben und Arbeiten in Deutschland, © colourbox

04.04.2018 - Artikel

Immer mehr Deutsche lassen sich in der Türkei nieder, um dort zu arbeiten oder auch ihren Ruhestand zu verbringen. Als attraktives Land mit positiven Faktoren, ist die Türkei heute ein bevorzugtes Ziel für Einwanderer.

Allgemein

Viele weiterführende Hinweise finden Sie auf den Internetseiten des Bundesverwaltungsamtes:
Informationen für Auswanderer in die Türkei
oder auf der Startseite des Bundesverwaltungsamtes mit der Stichwortsuche „Türkei“:
Homepage Bundesverwaltungsamt 

Aufenthaltsrecht

Das „Gesetz über die Ausländer und den internationalen Schutz“ (Gesetz Nr. 6458) enthält die wesentlichen Bestimmungen zum Aufenthalt von Ausländern in der Türkei.

Wesentliche Regelungen
Deutsche Staatsangehörige können sich in der Türkei bis zu 90 Tagen weiterhin ohne eine Anmeldung oder Genehmigung aufhalten. Ist ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen absehbar, so sollte vor der Einreise bei den zuständigen Auslandsvertretungen der Türkei in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage über den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gültig sein. Stellen Sie Ihren Antrag über das elektronische Antragssystem des türkischen Außenministeriums: e-Visa

Die Aufenthaltserlaubnis wird ungültig, falls sie nicht innerhalb von 6 Monaten genutzt wird. Verfügt der deutsche Staatsangehörige über eine Arbeitserlaubnis, so muss keine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Antragsverfahren
Auf der Homepage der Generaldirektion für Migration finden Sie eine Verlinkung zum Onlineportal „e-ikamet“ bzw. „e-Aufenthalt“: Onlineportal GGMM
Hier können sowohl Erst- als auch Verlängerungsanträge in mehreren Sprachen gestellt werden.

1. Erstantrag

  • Antragsformular online ausfüllen
  • Termin für den persönlichen Besuch bei einer lokalen Direktion festlegen
  • Bereitstellung der erforderlichen Dokumente bis zum Termin

2. Verlängerungsantrag

  • Antragsformular online ausfüllen
  • Entrichtung der Gebühren
  • Bereitstellung und Zusendung aller erforderlichen Dokumente an die örtliche Direktion per Post

Nach dem Einreichen oder dem Versand der Dokumente und der darauffolgenden Bearbeitung  wird bei positiver Entscheidung die Aufenthaltskarte via PTT (türk. Post) an Ihre angegebene Adresse versendet. Über Anträge auf Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis soll in der Regel innerhalb von 90 Tagen nach Einreichung der vollständigen Unterlagen entschieden werden. Bei Überschreitung dieser Bearbeitungsfrist werden Sie entsprechend informiert. Falls Dokumente fehlen sollten, werden Sie darüber in Kenntnis gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt können Sie die fehlenden Unterlagen innerhalb von 30 Tagen bei der zuständigen Behörde nachreichen.

Die Gebühren setzen sich aus den Kosten für die Aufenthaltskarte und für den Antrag, der je nach der Art der Aufenthaltserlaubnis und der Nationalität variiert, zusammen. Diese können bei den lokalen Finanzbehörden oder bei bestimmten Bankenentrichtet werden.

Arten der Aufenthaltserlaubnis
Aufenthaltserlaubnisse werden zu den nachfolgend aufgelisteten Aufenthaltszwecken erteilt:

Ausländeridentitätsnummer
Ausländer, die eine mindestens 6-monatige Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei besitzen, werden in das Ausländerregister eingetragen und erhalten eine Ausländeridentitätsnummer (= Yabancı Kimlik Numarası).

Diese Identitätsnummer wird benötigt, um Dienstleistungen von Behörden oder privaten Institutionen in Anspruch zu nehmen.

Die persönliche Ausländeridentitätsnummer kann auf der Homepage der Generaldirektion für Staatsangehörigkeits– und Personenstandsangelegenheiten ermittelt werden: Ausländeridentitätsnummer

Falls sie dort nicht festzustellen ist, muss sie bei der für den Wohnsitz zuständigen Sicherheitsdirektion/Ausländerbehörde (= Emniyet Müdürlüğü, Yabancılar Şubesi) beantragt werden. Deutsche, die im Besitz einer Mavi-Kart sind, werden bereits in einem speziell hierfür vorgesehenen Register geführt, so dass diese Personen keiner weiteren Ausländeridentitätsnummer bedürfen.

Mavi-Kart
Deutsche Staatsangehörige türkischer Herkunft können vor ihrer Einreise bei den türkischen Generalkonsulaten die „Blaue Karte“ (Mavi-Kart) beantragen. Nach Einreise in die Türkei wird die Mavi-Kart von den Gouverneursämtern (= Valilik, İl Vatandaşlık Müdürlüğü) ausgestellt.

Besitzer einer Mavi-Kart werden lediglich rechtlich in vielen Bereichen den türkischen Staatsbürgern gleichgestellt. Sie profitieren insbesondere von den erleichterten Einreise – und Arbeitsbestimmungen. Vertiefende Informationen zur Mavi-Kart finden Sie im Artikel 28 des türkischen Staatsangehörigkeitsgesetzes (Gesetz Nr. 5901).

Arbeitserlaubnisrecht

Rechtliche Grundlagen einer Arbeitserlaubnis
Aus dem türkischen Arbeitserlaubnisgesetz ergibt sich, dass ausländische Staatsbürger, die in der Türkei eine Arbeitsaufnahme beabsichtigen, den Antrag auf Erteilung einer Arbeitserlaubnis bei den türkischen Generalkonsulaten in Deutschland stellen müssen. Die Konsulate leiten den Antrag an das türkische Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit („Çalışma ve Sosyal Güvenlik Bakanlığı“) weiter. Nach Prüfung durch das Ministerium wird die Arbeitserlaubnis von den türkischen Auslandsvertretungen in Deutschland erteilt.

Eine unbefristete Arbeitserlaubnis kann der deutsche Arbeitnehmer erhalten, wenn er sich mindestens acht Jahre ohne Unterbrechungen legal in der Türkei aufgehalten hat oder insgesamt acht Jahre rechtmäßig in der Türkei gearbeitet hat. Außerdem wird eine unbefristete Arbeitserlaubnis an Ausländer erteilt, deren Bildung, deren Berufserfahrung, deren Beitrag für Wissenschaft und Technologie, deren Tätigkeiten oder Investitionen einen wichtigen Einfluss auf die türkische Wirtschaft oder die Schaffung von Arbeitsplätzen haben. 

Arbeitserlaubnis legitimiert den Aufenthalt
Der Besitz einer gültigen Arbeitserlaubnis oder die Befreiung von ihr legitimiert zugleich den Aufenthalt in der Türkei. Ein gesonderter Antrag auf Aufenthaltserlaubnis erübrigt sich dann.

Berufszugang/Erwerbsbeschränkungen
Die Ausübung bestimmter Berufe wie z.B. dem des Rechtsanwaltes, Notars, Apothekers, Richters ist weiterhin auf die türkischen Staatsbürger beschränkt. Dagegen können ausländische Ärzte und Krankenschwestern seit Ende 2011 in Privatkliniken ihre medizinische Tätigkeit ausüben. Für Berufe im Ingenieurs-, Architekten- und Tourismuswesen sind Sonderbestimmungen vorgesehen. Für die Anstellung als Beamter ist die türkische Staatsangehörigkeit erforderlich. Für Inhaber einer „Mavi-Kart“ gelten Ausnahmen. Lesen Sie hierzu bitte unter dem Stichpunkt „Aufenthaltsrecht“ weiter. 

Gesetzliche Krankenversicherung

Deutsche Krankenversicherung
Auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie einen Online-Ratgeber zur Krankenversicherung.

Wir empfehlen daher dringend, sich bei Türkeiaufenthalten gegen Krankheit ausreichend - gegebenenfalls auch privat - zu versichern.

Hier die Seite des Bundesministeriums für Gesundheit: Online-Ratgeber

Türkische Krankenversicherung
In der Türkei besteht die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Auch Ausländer, die sich nicht nur vorübergehend in der Türkei aufhalten, können bzw. müssen in bestimmten Fällen der türkischen gesetzlichen Krankenversicherung beitreten. Hier der Online-Ratgeber der Migrationsbehörde zum Herunterladen: SGK-Kitapçık 

Alle Angaben beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft zum Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, wird keine Gewähr übernommen.

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