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Veranstaltung zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)

11.04.2018 - Bildergalerie

Als Leiter der Kulturabteilung am deutschen Generalkonsulat Istanbul war Meik Laufer zu der Veranstaltung eingeladen.

Am 29 März führte die juristische Fakultät der Istanbul Kültür Üniversitesi eine Konferenz zum Thema „Deutsches und Türkisches Strafrecht am Beispiel der NSU Prozesse“ durch. An der Konferenz nahmen Juristen aus der Türkei und Deutschland sowie Studenten teil.
Der NSU war eine neonazistische terroristische Vereinigung in DEU, die zwischen 2000 und 2007 aus rassistischen Motiven 9 Mitbürger mit türkischem oder griechischem Migrationshintergrund ermordete, 3 Sprengstoffanschläge verübte und 15 Raubüberfälle durchführte. Der NSU wurde erst im November 2011 öffentlich bekannt. Bis dahin hatten die Ermittler der Polizei rechtsextreme Hintergründe der Verbrechen weitgehend ausgeschlossen und Täter im Umfeld der Opfer gesucht.
Als Leiter der Kulturabteilung am deutschen Generalkonsulat Istanbul war auch Meik Laufer zu der Veranstaltung eingeladen. Gern nutzte er die Gelegenheit, um die Anwesenden zu begrüßen. Auch wenn der „NSU“ ein tiefschwarzes Kapitel der deutschen Geschichte nach der Wiedervereinigung sei, so ist es auch ein durch und durch deutsch-türkische Thema und somit im Kern das, was das deutsche Generalkonsulat in seiner Arbeit bespielen wollen. Herrn Laufer war es in seinem Grußwort wichtig zu unterstreichen, dass es zwar ungewöhnlich erscheinen mag, wenn das deutsche Generalkonsulat, dessen Job es u.a. ist, im Ausland ein gutes Bild Deutschlands zu zeichnen, ausgerechnet bei diesem Thema öffentlich auftrete. Aber dieses Thema gehöre leider zur jüngeren deutschen Geschichte dazu. Und als Vertreter der Bundesregierung sei es auch wichtig einzugestehen, dass deutsche Behörden im NSU-Kontext versagt haben. Herr Laufer beendete sein Grußwort mit folgenden Sätzen: „Vielleicht ist es dann doch nicht so außergewöhnlich, dass ich heute hierzu zu Ihnen spreche und Ihnen zu der Veranstaltung gratuliere – auch wenn wir um ein gutes Image Deutschlands bemüht sind. Denn meine eigentliche Message, die zu senden ich gekommen bin ist Folgende: Deutschland ist nicht perfekt. Der NSU ist ein Beispiel dafür, wo genau das Gegenteil der Fall ist. Aber als Demokratie und als diese Demokratie lenkende Bundesregierung müssen wir versuchen offen mit diesen Themen umzugehen, auch und v.a. damit so etwas in Zukunft nie wieder passiert.“

Veranstaltung zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)