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Der deutsch-französische Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit wird heute an die Geschäftsführerin von Anadolu Kültür, Asena Günal, verliehen

16.12.2019 - Bildergalerie

Dieser Preis wurde im Jahr 2016 von den Außenministern Deutschlands und Frankreichs, Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault, ins Leben gerufen. Dieses Jahr wird der Preis zum vierten Mal an 15 ausgewählte internationale Menschenrechtsverteidiger verliehen. Die Auszeichnung ehrt das herausragende Engagement für den Schutz der Menschenrechte, dient zur Unterstützung der wichtigen Arbeit der Preisträger und soll weitere Personen ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen.

Der Zeitpunkt der Vergabe ist nicht zufällig gewählt. In der vergangenen Woche feierten wir das Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verabschiedet wurde. Die Rechte und Werte, die in diesem Dokument verankert sind, sind heute so relevant wie vor 71 Jahren.

Für Deutschland und Frankreich ist der deutsch-französische Menschenrechtspreis eine Aussage über unser Engagement für den Schutz der Menschenrechte und einer aktiven Zivilgesellschaft – zu Hause, in der Europäischen Union und weltweit.

Asena Günal ist eine herausragende Vertreterin der lebendigen, dynamischen und vielfältigen türkischen Zivilgesellschaft. Sie ist eine erfahrene Menschenrechtsaktivistin, die sich vor allem im Kulturbereich engagiert. Sie unterstützt Aktivitäten, die kulturelle Vielfalt fördern. Sie hat sich mit besonderer Leidenschaft spezialisiert auf die Bereiche Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Minderheitenrechte und Erinnerungskultur.

Kulturelle Rechte werden manchmal als weniger relevant angesehen als beispielsweise soziale oder wirtschaftliche Rechte. Kulturelle Rechte werden als „soft issue“ gesehen. Doch im Gegenteil: Kulturelle Recht sind mehr als nur eine Zutat zum Rahmen der allgemeinen Menschenrechte. Die Teilnahme am kulturellen Leben einer Gesellschaft einerseits, Meinungsfreiheit andererseits sind unverzichtbare Rechte jedes Menschen. Diese Rechte sind ausdrücklich in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in den nachfolgenden internationalen Abkommen genannt.

Kulturelle Rechte umfassen nicht nur das individuelle Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Teilhabe. Sie umfassen auch das Recht auf Bewahrung von kultureller Diversität und Minderheitenrechte.

Heute ehren wir den persönlichen Beitrag von Frau Günal zum Schutz der Menschenrechte in der Türkei. Aber es ist auch die türkische Zivilgesellschaft im Ganzen, die wir mit dem Preis auszeichnen möchten.

Die türkische Zivilgesellschaft und alle ihre Vertreter verdienen unsere höchste Anerkennung und unseren Respekt für Ihre Arbeit. Eine dynamische Zivilgesellschaft und die vielen mutigen und aktiven Bürger sind der beste Garant für eine demokratische, friedliche und erfolgreiche Entwicklung dieses großartigen Landes.

 

Der deutsch-französische Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit wird heute an die Geschäftsführerin von Anadolu Kültür, Asena Günal, verliehen

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