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Deutsch-Türkisches Biogas-Projekt

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Die Türkei hat das Potenzial bis zu 4.800 Biogas-Anlagen im Land zu errichten und somit bis zu 6 Prozent der Energieleistung des Landes durch Biogas zu produzieren. Dies bestätigen jüngste Studien, die während der am 17. Februar 2015 in Ankara stattgefundenen Abschlussveranstaltung des Türkisch-Deutschen Biogas-Projekts vorgestellt wurden. Das Projekt wurde durch das Deutsche Bundesumweltministerium (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert und in Zusammenarbeit  mit dem türkischen Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt.

Die Biogas-Technologie erlaubt eine energetische Weiterverwendung landwirtschaftlicher Reststoffe. Somit macht sie es möglich, den Umwelt- und Klimaschutz mit der Nutzung erneuerbarer Energiepotenziale und der Entwicklung der Landwirtschaft zu vereinen. Diese Technologie ist in der Türkei – im Gegensatz zu Deutschland, wo bereits rund 7.700 entsprechende Anlagen existieren – noch im Entstehen. Umso sinnvoller ist ihre Einführung, da die Viehhaltung, die in vielen ländlichen Regionen in der Türkei weiterhin eine der hauptsächlichen wirtschaftlichen Aktivitäten darstellt, auf Grund der tierischen Abfälle wie Gülle und Abwässer, die sie verschuldet, die Ursache für erhebliche Umweltbelastungen und Treibhausgasemissionen ist.

Die Einführung der Biogastechnologie auf dem türkischen Markt wird dabei unter anderem durch ein Biogas Technologie- und Informationszentrum in der Türkei unterstützt.

In seinem Grußwort an die geladenen Gäste erinnerte Christoph Hallier, der Leiter der Wirtschaftsabteilung der deutschen Botschaft daran, dass das vorliegende Projekt aus der institutionalisierten, bilateralen Zusammenarbeit zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt, nämlich dem seit 2006 bestehenden deutsch-türkischen Umweltlenkungsausschuss, hervorgegangen ist.

Sebahattin Dökmeci, der stellvertretende Generaldirektor für Umweltmanagement im türkischen Umweltministerium, betonte in seinem Grußwort, dass die während der Durchführung des Projektes gewonnenen Erfahrungen und erzielten Ergebnisse bei der künftigen Entwicklung der Gesetzgebung und Politik des Ministeriums sehr dienlich sein würden. Ferner würden die Ergebnisse wesentliche Beiträge leisten für die notwendige technische Unterstützung bei der Einführung der Biogastechnologie in der Türkei und für nachhaltige Praktiken sowie Bewusstseinsbildung zu Biogastechnologien, für Aufbau und Funktion eines Biogas-Netzwerkes, für die Ausbildung und Betreuung aller an Biogas-Investitionen interessierter Beteiligten, vor allem Bauern, und für eine gesunde Entwicklung der Biogas-Investitionen.

Das im Februar 2015 beendete Projekt „Ressourceneffiziente und klimagerechte Nutzung tierischer Abfälle durch Biogas in der Türkei“, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und in Zusammenarbeit mit dem türkischen Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung durchgeführt wurde, hatte eine Gesamtlaufzeit von 4 Jahren.

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