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Außenminister Heiko Maas gedenkt der Opfer des Anschlags von Hanau

19.02.2021 - Artikel

Fatih, Ferhat, Gökhan, Hamza, Kaloyan, Mercedes, Nesar, Sedat und Vili.

Neun Namen. Neun Menschen. Aus dem Leben gerissen, vor einem Jahr in Hanau.

Weil Rassismus Alltag ist in unserem Land.

Weil er Leben zerstört.

Weil er tötet.

Keiner kann sagen, man habe Hanau nicht kommen sehen. Seit Jahren sprechen die Zahlen des Verfassungsschutzes für sich: über 33.000 Rechtsextreme leben in Deutschland, 13.000 davon sind gewaltbereit, Tendenz steigend.

Warum schrillen bei uns nicht alle Alarmglocken?

Und wie kann es sein, dass die Hinterbliebenen auch heute noch über Respektlosigkeit und bürokratische Kälte klagen, die ihnen von Ämtern und Behörden entgegenschlagen?

Vielleicht liegt es daran, dass die Opfer Fatih, Mercedes und Sedat heißen und nicht Peter, Marie oder Georg.

Dass wir in ihnen Ausländer sehen, anstatt gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger unseres Landes.

Dass der tagtägliche Rassismus in Behörden und Ämtern, in Geschäften, in Schulen, Bussen und Bahnen nicht uns trifft, sondern „die anderen“.

Dass wir die Würde, die Artikel 1 unseres Grundgesetzes jeder und jedem zubilligt, nicht jeder und jedem zukommen lassen.

Dabei kennen wir die Wege hin zu Würde und Mitmenschlichkeit. Wir müssen sie aber auch gehen.

Decken wir strukturellen Rassismus auf und verbannen ihn aus unseren Reihen! Die von der Bundesregierung beschlossene Studie zu Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in der Polizei ist da allenfalls ein erster Schritt.

Machen wir ernst im Kampf gegen die internationalen Netzwerke von Rechtsterroristen und Rassisten! Mit der neuen amerikanischen Regierung werden wir dabei eng zusammenarbeiten.

Lassen wir den rassistische Hetze nicht unwidersprochen in der Öffentlichkeit und in unseren Parlamenten! Und vor allem: Machen wir uns bewusst, dass wir alle Fatih, Ferhat, Gökhan, Hamza, Kaloyan, Mercedes, Nesar, Sedat und Vili verloren haben durch den Mord mitten in unserem Land.

Dann wird aus Mitgefühl Veränderung.

Dann wird Handeln zur Pflicht.

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