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Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul

12.11.2018 - Artikel
Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul
Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul© Deutsche Botschaft Ankara / PA

Botschafter Martin Erdmann beging zusammen mit seinem französischen Kollegen, Botschafter Charles Fries, und zahlreichen Gästen am 11. November 2018 das hundertjährige Jubiläum des Endes des Ersten Weltkrieges. Auf drei Istanbuler Soldatenfriedhöfen - dem muslimischen in Topkapi, dem katholischen in Şişli und dem deutschen auf dem Gelände der historischen Sommerresidenz in Tarabya - wurden feierliche Zeremonien abgehalten. Die Botschafter legten auf jedem Friedhof einen gemeinsamen Kranz in Gedenken an gefallene Soldaten und Zivilopfer nieder. Geistliche aller drei Konfessionen sprachen Gebete: ein Imam, ein katholischer Pfarrer und eine evangelische Laienpastorin.  Das TUR Militär entsandte eine Ehrenformation und legte jeweils einen Kranz nieder.

Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul
Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul© Deutsche Botschaft Ankara / PA

Eine inhaltlich-historische Vorstellung und zugleich den emotionalen Höhepunkt des Tages boten die Schüler des deutschen Alman Lisesi und des französischen Lycée Pierre Loti mit einer gemeinsamen  Lesung aus den Briefen deutscher und französischer Frontsoldaten und einem Lied nach einem Gedicht von Kurt Tucholsky. Anschließend lud Botschafter Erdmann zum Empfang in der historischen Residenz.

In seiner Ansprache auf dem Soldatenfriedhof in Tarabya unterstrich Botschafter Erdmann die Bedeutung der deutsch-französischen Versöhnung nach den Erfahrungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: „Deutsche und Franzosen, die alten, sprichwörtlichen „Erbfeinde“ – „les ennemis héréditaires“ – haben Frieden geschlossen, sind Freunde geworden. Sie haben sich entschieden, aus dem Teufelskreis des Gegeneinanders auszubrechen und das Wagnis einer gemeinsamen, gutnachbarschaftlichen Zukunft einzugehen. Heute, 100 Jahre nach dem Waffenstillstand in Compiègne, 60 Jahre nach dem Inkrafttreten der Römischen Verträge können Deutsche und Franzosen mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Wir sind nicht nur gute Nachbarn und enge Partner geworden, wir nehmen auch gemeinsam Verantwortung für das Europäische Projekt wahr.“

Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul
Deutsch-französische Gedenkveranstaltung in Istanbul© Deutsche Botschaft Ankara / PA

Er schloss mit den Worten: „Wir leben heute in unruhigen Zeiten. Es werden wieder bewährte Strukturen und Prinzipien der internationalen Ordnung infrage gestellt, alte Krisenherde brechen auf, neue entstehen. Die Geschichte der deutsch-französischen Freundschaft zeigt uns, dass Versöhnung und Kompromiss, Vergebung und Kooperation der einzige Weg sind, um nachhaltig Frieden und Stabilität zu sichern. Ich verneige mich vor den Opfern des Großen Krieges, vor den Opfern aller Kriege. Mögen sie uns weiter eine Mahnung sein.“

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