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Was ist eigentlich ein Botschafter?

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Wenn man etwas über ein Land, z.B. die Türkei, erfahren will, kann man viele Informationen zum Beispiel in Büchern oder auch im Internet nachlesen. Da erfährt man dann, wie das Wetter in Antalya ist oder welche Musikgruppe in Istanbul gerade besonders erfolgreich ist. Aber nicht an jeden Information kommt man so leicht heran: Wenn die deutsche Regierung etwa wissen will, welche Entscheidungen die Regierung in der Türkei treffen will, muss sie bei der deutschen Botschaft in Ankara nachfragen.

Der Botschafter ist der Chef der Botschaft. Der deutsche Botschafter in der Türkei ist zum Beispiel Martin Erdmann. Zu seinen Aufgaben gehört es zum Beispiel, auf Empfängen mit anderen Diplomaten und türkischen Politikern oder Journalisten zu reden. Das zeigt, worauf es ankommt: Diplomaten, vor allem auch der Botschafter, sollen in der Türkei mit anderen Leuten sprechen. Möglichst mit denen, auf die es ankommt. Denn dann können sie mehr erfahren, als im Internet, im Fernsehen oder in den Zeitungen steht.

Wenn man Fotos von Empfängen sieht, könnte man meinen, dass es ein sehr bequemer Beruf ist, Botschafter zu sein. Und das ist es auch, besonders in der Türkei, weil die Türkei ein sehr schönes Land ist und hier sehr viele nette Menschen leben. Aber: das Leben eines Botschafters kann auch sehr anstrengend sein – besonders für seine Familie. Diplomaten ziehen regelmäßig um, im Schnitt alle drei oder vier Jahre. Für die Kinder heißt das zum Beispiel auch: alle drei Jahre eine neue Schule, alle drei Jahre neue Freunde.

"Augen, Mund und Ohren" Deutschlands – das ist der deutsche Botschafter in der Türkei. Er soll also sehen und hören, was geschieht. Und er soll – aus der deutschen Perspektive – in der Türkei erklären, was und warum etwas in Deutschland passiert.

Deshalb ziehen sie auch so häufig um. Einerseits sollen deutsche Botschafter ihr eigenes Land gut genug kennen, damit sie in ihrem Gastland erklären können, was gerade passiert und warum. Dafür ist es wichtig, dass sie zwischendurch immer wieder für längere Zeit in Deutschland sind und dort leben.

Sie müssen sich aber auch in der Türkei gut genug auskennen und Kontakte knüpfen - deshalb leben sie hier für einige Zeit. Und genau deshalb braucht man auch im Zeitalter des Internet Diplomaten: Wenn man sich persönlich trifft, kann über ganz andere Dinge sprechen, als wenn man sich nur Emails schreibt oder sich bei Facebook austauscht.

Natürlich gibt es nicht nur Botschafterinnen und Botschafter. Der Botschafter ist, wie gesagt, der Chef der Botschaft. Ganz allgemein nennt man die Menschen, die an einer Deutschen Botschaft im Ausland arbeiten, Diplomatinnen und Diplomaten. Auch in Ankara.


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