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Deutsche Unterstützung für soziale Kohäsion in der türkischen Stadt Kilis

07.06.2018 - Pressemitteilung

Die Bundesregierung und die Europäische Union (EU) unterstützen gemeinsam die Nachbarländer Syriens bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Heute wurden in der türkischen Stadt Kilis – 5km von der syrischen Grenze – zwei Häuser eingeweiht, die mithilfe der deutschen und europäischen Kooperation in der Türkei umfangreich rehabilitiert und ausgestattet wurden. Diese werden künftig als Gemeindezentren für syrische und türkische Frauen und Jugendliche der Stadt Kilis genutzt.

Eingeweiht wurden die Häuser durch EU-Botschafter Christian Berger, dem Referenten für wirtschaftliche Zusammenarbeit der deutschen Botschaft in der Türkei, Dr. Manuel Paulus, dem Gouverneur von Kilis Mehmet Tekinarslan, dem Bürgermeister der Stadt Hasan Kara und etwa 100 Teilnehmer und Mitarbeiter der Gemeindezentren in Kilis.

In den durch das Qudra-Programm rehabilitierten historischen Häusern werden berufsnahe Basisqualifizierungen angeboten, wie türkische Sprachkurse, handwerkliche Kurse, IT-Fortbildungen, oder Kochkurse. Des Weiteren fördert das Programm friedensbildende und interkulturelle Aktivitäten, um Konflikten zwischen Flüchtlingen und Einheimischen vorzubeugen. Dazu zählen zum Beispiel Sport-, Kunst-, Theater-, Tanz- und Diskussionsveranstaltungen. Jugendliche werden auch dabei gestärkt, eine aktive Rolle in der Gemeinde aufzunehmen und sich in und außerhalb der Gemeindezentren sozial zu engagieren.

Das Regionalprogramm „Qudra“ (arabisches Wort für Kraft, Stärke) wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem regionalen EU-Treuhandfonds Madad finanziert und in vier Nachbarländern Syriens (Jordanien, Libanon, Nordirak, Türkei) mit der Expertise der deutschen und europäischen Gemeinschaft umgesetzt.

In der Türkei liegt ein besonderer Fokus darauf, den sozialen Zusammenhalt zwischen den Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden zu stärken. Die Türkei hat mit ca. 4 Millionen Menschen weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen.

In der türkischen Grenzstadt Kilis hat sich seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien die lokale Bevölkerung fast verdoppelt; inzwischen wohnen mehr Syrer in der Stadt als die türkische Bevölkerung. Dies verursacht einen zusätzlichen Druck auf die öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen und führt zu Spannungen in der Gesellschaft. Um diesen Spannungen entgegenzuwirken bietet die Stadtverwaltung Kilis Bildungs-, Beratungs- und Betreuungsangebote für Syrer und benachteiligte Gruppen der türkischen Bevölkerung in ihren städtischen Gemeindezentren und wird dabei durch das Qudra-Programm unterstützt.

Das Qudra-Programm wird in den vier Ländern durch die Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Expertise France (EF), Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarrollo (AECID) und Hungarian Interchurch Aid (HIA) umgesetzt.

Pressekontakt:

Dr. Manuel Paulus

Mail: wz-1@anka.diplo.de

Mobil: 0533-469 0166

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